Neue Programme von Gina Pietsch

Neu im Programm


Sagen wird man über unsre Tage ...
Meinst du, die Russen wollen Krieg?
Ich sage ich und könnt auch sagen wir
Hedy Kiesler Lamarr
Rosa Luxemburg
Karl Marx

Bertolt Brecht
Lieder der Verschollenen
Kurt Tucholsky

Neue Programme von Gina Pietsch

Sagen wird man über unsre Tage ...

Ein Abend zum Geburtstag der DDR vor 70 Jahren,
mit Gina Pietsch (voc) und Bardo Henning (p)

altes Eisen hatten sie und wenig Mut,
denn sie hatten wenig Kraft nach ihrer Niederlage ...

Der Jazzer Uli Gumpert hatte das komponiert, und ich hab es in den frühen Siebzigern gern gesungen. Ich fand auch den Text, den Kuba, eigentlich Kurt Barthel, geschrieben hatte, schön und sehr auf der Seite der Unteren, die sich da mit altem Eisen abschinden mussten.

Als Sekretär des Schriftstellerverbandes scheint er diese Seite vergessen oder verlassen zu haben. Am 20. Juni 53 drohte er den Bauarbeitern der Stalinallee, nun noch mehr arbeiten zu müssen, ehe ihnen „die Schmach vergessen wird”, die sie der Regierung angetan hätten. Das ging nicht durch, führte zu seiner Absetzung als Sekretär und zu Brechts berühmtem Gedicht „Die Lösung”.

Dieser 17. Juni war ein schlimmer Einschnitt in die Geschichte der DDR. Nicht umsonst wurde er in der heutigen BRD ein Feiertag, im Gegensatz zum 8. Mai, unserem Tag der Befreiung. Da heute sehr viel getan wird, um DDR-Bürgern ihre Geschichte, also dieses große Experiment im Sinne der Unteren vergessen zu machen, wird daran erinnert werden. Da wird auch von Niederlagen zu reden sein, auch wenn sie traurig machen. Und von Abhängigkeiten, der DDR von der Sowjetunion, der DDR von der BRD, von EU und RGW, von NATO und Warschauer Pakt.

Da geschehen Machtwechsel, die von außen kommen und wenig zum Nutzen der DDR-Bürger sind, Ulbricht zu Honecker mit scheinbaren Erfolgen zuerst und schlimmen Effekten am Ende. Den Zeitvergleich zu heute können wir nicht weglassen. Den „Unrechtsstaat”, den Rucksack-Thüringer, die sich Linke nennen, aber keine sind, so gern im Mund führen, lehnen viele, die von dort kommen, ab, und so auch ich.

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Öffentliche Generalprobe

03.10.2019, 18.00 Uhr
Brecht-Weigel-Haus Buckow
Bertolt-Brecht-Straße 30, 15377 Buckow (Märkische Schweiz)
Tel.: 033433 467


Premiere im Oktober 2019

07.10.2019, 19.00 Uhr
Arndt Bause Saal des Freizeitforums Marzahn
Marzahner Promenade 55, 12679 Berlin


Nächste Vorstellungen:

▶ 08.11.2019, 19.30 Uhr
Musikbrennerei Rheinsberg
Königstr. 14, 16831 Rheinsberg
Tel.: 033931 / 80 89 00

▶ 09.11.2019, zw. 13.00 und 20.00 Uhr
STIC
Garzauer Chaussee 1, 15344 Strausberg

▶ 01.12.2019, 14.00 Uhr
Münzenbergsaal
Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin

junge Welt, schrieb:

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Meinst du, die Russen wollen Krieg?

In der Erklärung der BVV Steglitz-Zehlendorf vom 19. Januar 2005 wurden die Russen schon mal fertig gemacht „für den Schrecken und das Leid der Bevölkerung, den die Rote Armee von Ostpreußen bis nach Berlin zu verantworten hatte.”
Für jedes Jahr seitdem ließen sich ähnliche Unverschämtheiten finden, und Lügen, nicht nur in BVV und nicht nur in „Bild”. Es wird gelogen, dass sich die Balken biegen und ohne rot zu werden, denn rot fühlt sich der Berliner Senat oder die Thüringer Landesregierung ja ohnehin schon.

Das reicht.

Angesichts von gern übersehener Kriegsgefahr reicht es Gina Pietsch und ihrer Tochter Frauke nicht. Extra für die Stralsunder Russlandtage haben sie deshalb ihr Programm entwickelt, mit Texten und Liedern von Braun, Brecht, Fühmann, Gundermann, Hacks, Sting, den Stones, Tucholsky, Wyssotski und natürlich Jewgeni Jewtuschenko, dem Namensgeber des Titelliedes Meinst du, die Russen wollen Krieg.

Nächste Vorstellung:

▶ 12.12.2019, 19.00 Uhr
junge Welt Ladengalerie
Torstraße 6
10119 Berlin
Tel. 030 / 53 63 55-0


Stefan Amzoll, junge Welt, schrieb:

„Ein Mottoabend gegen Krieg und Lügen: ‚Meinst du, die Russen wollen Krieg?‘

Jewgeni Jewtuschenko schrieb diese Gedichtzeile 1961, Eduard Kolmanowski vertonte sie. Das Lied stand am Schluss des Abends, russisch und deutsch gesungen von Gina und Tochter Frauke Pietsch. Es war ein Finale voller Würde und Solidarität. Und ähnlich verlief das gesamte Programm der beiden Künstlerinnen am Montag ...”

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Ich sage ich und könnt auch sagen wir

Liebe und Produktion bei Bertolt Brecht

Sabine Kebir (Literaturwissenschaftlerin, Politologin und Publizistin), Gina Pietsch (Sängerin und Schauspielerin) und Frauke Pietsch (Pianistin) zeigen ein Brechtprogramm der besonderen Art.

Ob Brecht ein Macho war, wird viel diskutiert. Für die einen war er ein Patriarch, der Mitarbeiterinnen ausbeutete, für andere setzte er neue Maßstäbe. Sabine Kebir, die über Brechts Frauen mehrere Bücher publiziert hat und die Sängerin Gina Pietsch – die heute profilierteste Brecht-Interpretin – untersuchen sein Verhältnis zu Frauen gründlich. Frauke Pietsch begleitet am Klavier.


Premiere 06.07.2019 im Brecht-Weigel-Haus in Buckow

Thomas Berger, MOZ, schrieb:

„Bertolt Brecht
Näherung an einen treuen Polygamisten

Tiefe Einsichten über das komplexe Verhältnis Brechts und der Frauen gab es mit Sabine Kebir und Gina Pietsch in Buckow.

Es mag im Rahmen des Literatursommers im Buckower Brecht-Weigel-Haus eine der bemerkenswertesten, tiefgründigsten Veranstaltungen seit Jahren gewesen sein, wie auch Museumsleiterin Margret Brademann persönlich den ebenso unterhaltsamen wie spannenden Abend würdigte.

Nicht zum ersten Mal stand das Thema Brecht und die Frauen auf dem Programm, immer wieder in der Vergangenheit war der Blick auf den einstigen Hausherrn und dessen neutral als kompliziert zu bezeichnendes Liebesleben geworfen worden. Dem Duo Sabine Kebir und Gina Pietsch, am Klavier ergänzt um Frauke Pietsch [geänd.], gelang aber das bisher vielleicht umfassendste Bild. Und ganz bewusst wollten die beiden Brecht-Kennerinnen, wie sie betonten, auch mit allerlei Vorurteilen und nachweislich irreführenden Darstellungen aufräumen ...”

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Gina Pietsch

HEDY KIESLER LAMARR

Ein Monodrama von Wilhelm Pellert
mit Gina Pietsch (voc) und Bardo Henning (p)

„Jedes Mädchen kann glamourös ausschauen, alles, was es machen muss, ist stillzustehen und dumm dreinzuschaun”.
Diesen Satz von Hedy Lamarr (1914 – 2000) stellt der österreichische Schriftsteller und Regisseur Wilhelm Pellert ihrer Lebensgeschichte in seinem Monodrama „Hedy Kiesler Lamarr” voran.

Nicht jeder kennt den Namen dieser Schauspielerin, die 1933 18-jährig in der Tschechoslowakei die Hauptrolle in dem großartigen Film „Ekstase” spielt und wegen einer Nacktszene und des Bekenntnisses der jungen Frau zu einem erfüllten Sexualleben für Skandal sorgt und deren erster Film im faschistischen Deutschland auf der Stelle verboten wird. Damals hieß sie noch Kiesler und war Jüdin, die sich in Österreich, Deutschland und später Amerika zunehmend mehr antifaschistisch engagierte. Louis B. Mayer von MGM wird ihr einen Künstlernamen anempfehlen, und als Hedy Lamarr und „schönste Frau des Jahrhunderts” im Zusammenspiel mit Spencer Tracy, Charles Boyer, Clark Gable, Judy Garland, James Stewart und ähnlichen Größen zu einer Hollywood-Karriere verhelfen, die für ein ausgefülltes Leben hätte reichen können.
Lamarr war eine Film-Diva, die „Casablanca” ablehnte, aber sie war mehr als das. Was als zweiter Fast-Beruf nur bei ihr und niemand anderem vorkommt – sie war darüber hinaus eine Erfinderin. Sie schuf mit ihrer Erfindung der Frequenzsprungtechnik die Grundlage für unsere Handys.

Das ist so anerkannt, dass ihr Geburtstag, der 9. November – 2014 übrigens ihr 100. – in 3 europäischen Ländern als Tag der Erfinder gefeiert wird.

Inszeniert vom Autor Wilhelm Pellert, wird die Schauspieler-Sängerin Gina Pietsch dieses vielgestaltige Leben spielerisch erzählen, ergänzt durch thematisch zugehörige Songs und begleitet vom Pianisten Bardo Henning.


Veranstaltungsinfos zum Download als pdf



Aktuelle Vorstellung (Wiederaufnahme des Programms):

▶ 30.08.2019, 19.30 Uhr
Musikbrennerei Rheinsberg
Königstr. 14, 16831 Rheinsberg
Tel.: 033931 / 80 89 00


Jana Frielinghaus, Junge Welt, schrieb:
„Vom Fleck weg
Welche Hollywood-Diva erfand die Frequenzsprungtechnik?
Gina Pietsch in einem Monodrama über Hedy Lamarr”
Artikel lesen

Die Buch-Autorin Dr. Silke Riemann schrieb:
„Liebe Gina,
das war wieder mal ein toller Abend: Hedy Lamarr bekam durch Dich Stimme, Körper, vor allem aber Geist und Gefühl. Was für eine talentierte, selbstbewusste und offenbar lebenssüchtige Frau muss das gewesen sein: eine sechs Mal verheiratete Schauspielerin, die eine bahnbrechende physikalische Erfindung gemacht und viele kluge Entscheidungen getroffen hat – außer bei ihrer Ablehnung des ‚Casablanca’-Drehbuchs :-).

Im Laufe des Abends lernen wir diese Frau kennen, schätzen und mögen: ihre Einsichten in technische (Frequenzsprünge), politische und philosophische Zusammenhänge, aber auch ihre Sehnsüchte, Wünsche und Kämpfe als Frau, ihren Humor und ihre Selbstironie. Ihr habt eine passende, breite Musikauswahl getroffen, die von dem Pianisten Bardo Henning und Dir in allen Genres und Facetten souverän gespielt und gesungen wurde, und der Autor Wilhelm Pellert hat Euch adäquat in Szene gesetzt.

Mit diesem Programm holt ihr Hedy Lamarr aus dem Vergessen-Sein, hoffentlich! Chapeau!
Danke und liebe Grüße, Silke”

Die Journalistin Inge Mesterharm-Dähne schrieb:
„Das Stück ist sehr gut, überraschend, gut formuliert, Gina super, der erste Teil glänzend, der zweite Teil ebenfalls sehr, sehr gut – aber schon etwas für Menschen, die bereits ‚katholisch’ sind (altes Sprichwort und meint: sind überzeugt, wollen sich nicht mehr auseinandersetzen). Aber das schmälert das Theaterstück, die unglaubliche Performance, die es Gina ermöglichte, nicht.

Nur noch – war eben immer meine Thematik – auch die USA haben Ende der Fünfziger, Sechziger nicht nur Tralala-Filme gemacht und Hedy wollte ja auch Autoren-Filme machen. Sie wird das beobachtet haben. Auch Vietnamkrieg wurde erwähnt. Ein Woodstock-Lied hätte diese Zeit im musikalischen Konzept symbolisiert. Hedy wird nach ihrem Rückzug nicht auf Radio und Fernsehen verzichtet haben ...

Pellert ist ein raffinierter Schriftsteller – mit einer Sprache, wie Torpedos – schleichen sich still heran und machen dann Bumm im Kopf.
Ich danke Dir für diesen Abend und Euch allen für Eure herausragende Produktion. Die Inszenierung gehört auf die Bühne des Berliner Ensembles!!!”

Gina Pietsch und Frauke Pietsch

Sagen was ist

Eine Hommage an Rosa Luxemburg mit Blick auf eine unvollendete Revolution

mit Gina Pietsch & Frauke Pietsch

Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden, sagt Rosa Luxemburg. Der dumme Helmut Kohl sagt, dies sei das einzig Gute, was diese Frau jemals geschrieben hat. Natürlich wollte er sie nicht verstehen. Denn Rosa meinte es so, wie der große Saint Just es meinte: Pas de liberté pour les ennemis de la liberté – Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit.

Drei Jahre und 4 Monate ihres kurzen Lebens saß Rosa in Gefängnissen und Festungen, in Warschau, Berlin, Wronke und Breslau. Warum? Der Berliner Polizeipräsident 1916 hatte keine Zweifel daran, dass die Luxemburg eine der gefährlichsten und rührigsten Agitatorinnen des extrem-radikalen Flügels der Sozialdemokratie sei.

Lenin, der um eine Reihe ihrer Irrtümer hinsichtlich der russischen Revolution wusste, hörte nie auf, sie für einen Adler unter Hühnern zu halten, der den Kommunisten in der ganzen Welt immer teuer sein wird.

Dass Stalin verächtlich vom „Luxemburgismus” sprach, hatte schlimme Auswirkungen für die auch sehr späte Rezeption ihrer Werke in der DDR.

Wir sehen in ihr eine der wichtigsten und charismatischsten Persönlichkeiten in der deutschen Antikriegsbewegung, den Inbegriff des Kampfes für Frieden.

Die die Kriege führten, nannten sie die blutige Rosa, wir, denen sie nahe ist, nennen sie gerne einfach Rosa, oder wie Brecht Die rote Rosa.

Hannah Arendt meint: Für Rosa Luxemburg war die Welt von sehr großer Wichtigkeit, sie interessierte sich überhaupt nicht für sich selbst. Dem wollen wir widersprechen, denn die Tausenden ihrer Briefe sprechen viel von ihren Lieben, zu Leo, zu Kostja, zu Paul und Hans, zu Sonitschka, zu Wolken und Pflanzen, zu Goethe und Chopin und immer zu tüchtiger, intensiver Arbeit, die einen ganz in Anspruch nimmt mit Hirn und Nerven als vom größten Genuß im Leben.

Als sie 17 war, konnte man folgendes von ihr lesen: Mein Ideal ist eine Gesellschaftsordnung, in der es mir vergönnt sein wird alle zu lieben. Und Leo Jogiches, den sie liebte, erfährt, sie wolle auf die Menschen wie ein Blitz wirken, nicht durch Pathos, sondern durch die Weite der Sicht, die Macht der Überzeugung und die Kraft des Ausdruck. Wer sie liest, weiß, dass sie sich diesen Wunsch erfüllen konnte und uns sicher in unvorstellbarer Weise mehr, wenn sie sie nicht umgebracht hätten.

Das Ende jedes Menschen ist schlimm, das dieser körperlich kleinen und lebenslang gehbehinderten – eine Biografin sagt, dreifach Stigmatisierten, als Frau, als Jüdin, als Krüppel – aber eben ungeheuer starken, weisen, mutigen, lebens- und liebensfrohen Frau, ein schwer beschreibbarer Verlust, für uns bis heute.



Premiere im November 2018

22.11.2018, 19.00 Uhr, junge Welt Ladengalerie, Torstraße 6, 10119 Berlin

Aktuelle Vorstellungen:

▶ 16.11.2019, t.b.a.
Künstleratelier im ehemaligen Güterbahnhof
Alexander-Coppel-Strasse 42, 42651 Solingen

▶ 09.02.2020, 20.00 Uhr
Schlossplatztheater
Alt-Köpenick 31, 12555 Berlin
Tel.: 030 6516516


Anneliese Fleischmann-Stroh, stimme.de, schrieb:

Gina Pietsch „Sagen was ist – Eine Hommage an Rosa Luxemburg im K3”
... Aufrüttelnde emotionale Texte der um ihre Rechte Kämpfenden wie „Im Gefängnis zu singen” von Brecht/Eisler wechseln mit Zitaten aus Briefen Rosa Luxemburgs an Sophie Liebknecht ...

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Anja Röhl, Junge Welt, schrieb:

„Die kleine Kruke mit den großen Gedanken”
Unter dem Titel »Sagen, was ist« präsentiert die Schauspielerin Gina Pietsch ihr mit Tochter Frauke erstelltes Bühnenprogramm zu Rosa Luxemburg. Das Potpourri aus Zitaten, Brecht-Liedern und Geschichten aus dem Leben der großen Revolutionärin kommt mit einem geschärften Blick auf deutsche und europäische Geschichte daher und ist so zu einem mitreißenden wie überaus lehrreichen Abend geworden. Passt hervorragend zum Anlass, nämlich der Erinnerung an die Zeit der von Noske und Ebert so schändlich verratenen Revolution.

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Karl Marx

Seiner Nützlichkeit wegen

Zu seinem 200. Geburtstag mit Gina und Frauke Pietsch

Als Marx 1871 „Der Bürgerkrieg in Frankreich” schrieb, war die Reaktion darauf so, dass er sagen konnte: „Ich habe die Ehre, in diesem Moment der bestverleumdete und der meistbedrohte Mann von London zu sein.”

Das hielt an. Gute 100 Jahre lang sahen seine Feinde das so. Verfälscht, verlacht, verteufelt, zum alten Eisen erklärt, durch den Zusammenbruch eines Experiments der Unteren schienen seine Widersacher bestätigt. Schien, sei betont. Brecht lobt 1938 seine Gedanken ihrer „Nützlichkeit wegen”, und er würde es heute wieder tun. Denn die Kämpfe zwischen den Klassen sind nicht verschwunden, wenn auch ihre Formen sich veränderten. Sein „Die Proletarier haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen”, ist wahr wie eh.

200 Jahre – ein Geburtstag, den wir feiern wollen mit Liedern der Revolutionen vor und nach seiner Zeit, mit Texten seiner Werke und mit dem Erzählen seines Lebens. Gina und Frauke Pietsch tun das für ihn, für Engels, für Jenny, für uns, für die Unteren der Welt.



Premiere im Mai 2018

20.06.2018, 19.30 Uhr, Galerie 100, Konrad-Wolf.Str. 99


Gina Pietsch und Frauke Pietsch

Wenn du stolperst, Schwester, ich halt dich

Gina Pietsch (voc) und Frauke Pietsch (p)

Frauenlieder aus fünf Jahrhunderten
erdacht von einem Dutzend Autorinnen und einigen Autoren
gesungen und beplaudert von einer Diseuse,
behandelnd das ewige Thema von Schein und Sein von Emanzipation
verfahrend mit diesem mit Augenzwinkern und Ernst
gerichtet an Frauen und Männer
und Frauen

Wiederaufnahme mit Dietmar Ungerank und Ewa Margareta Cyran
3. und 4.2.2018

Die Buch-Autorin Silke Riemann schrieb:
„Wenn Du stolperst, Schwester, ich halt dich”, hieß das Programm, mit dem die Berliner Chansonette ihr begeistertes Publikum zwei Stunden in Atem hielt. Gina Pietsch gehört sicher nicht zu denen, die man übersieht oder überhört. Sie ist laut, unverkrampft, uneitel im besten Sinne und voll hintergründigem Humor. Die einstige Schülerin von Gisela May steht nicht im seriösen schwarzen Kleid hinter dem Mikrofon. Sie springt auf der Bühne herum, gestikuliert, bezieht das Publikum ein, kommentiert. Sie singt leidenschaftlich, hat die ganze Facette von Orchester bis Solovioline in den Stimmbändern.
(OZ Ostseezeitung)

MUSIK: Das feministische Kirchengesangsbuch
Gina Pietsch mit Brecht
(ein Beitrag in „Märkische Allgemeine”)



Gina Pietsch und Christine Reumschüssel

Um uns selber müssen wir uns selber kümmern

Brecht und die DDR

das Land, in dem er die letzten 9 Jahre seines Leben arbeitete.


Gina Pietsch & Christine Reumschüssel

Um uns selber müssen wir uns selber kümmern – Brechtsche Binsenweisheit aus seinem kleinen „Aufbaulied der FDJ” von 1948 und doch Stein des Anstoßes und Beginn einer ärgerlichen Reihe von Querelen, besonders mit dem damaligen Berliner FDJ-Sekretär Erich Honecker, der Brecht in besonderer Weise Steine in den Weg legte bei dessen „Mühen der Ebene”.

Diese reichen bis in die Buckower Jahre, in der die Natur nötiger wird zur Regene- rierung der eigenen. Es sind schwierige Zeiten um den 17. Juni herum, die Anlässe genug zu Elegien geben. Buckower Elegien eben, in der DDR missdeutet, im Westen kaum verstanden.
3 Jahre schreibt er da noch, lehrt, inszeniert, organisiert, mischt sich ein in Politik, selten zur Freude der Herrschenden, macht Vorschläge, die hin und wieder ange- nommen werden, schafft ein neues Theater, das eine neue Gesellschaft befördern helfen soll und das Weltgeltung erzielt. Im Mai 56 lassen die Kräfte nach.

Die Macherinnen singen und erzählen davon in Pietschs 19. Brecht-Abend.

Premiere:

18.02.2016, 19.00 Uhr, junge Welt Ladengalerie, Torstraße 6, 10119 Berlin



Klampfenlieder bei Brecht

Wiederaufnahme des Programms
mit Gina Pietsch (voc), Dietmar Ungerank (git)

Klampfenlieder bei Brecht Live-Variante der gleichnamigen CD, gewissermaßen im Plauderton, wie man's in Kneipen gewöhnt ist – weil er so angefangen hat, in der Kneipe, 20jährig, mit der Klampfe, wie Wedekind und Baal, seine zartesten und gröbsten Lieder singend, übers Lieben und Saufen, übers Freuen und Fressen.

Neue Premiere:

08.07.2016, 20.00 Uhr, Klostercafé, Klosterhof 2, 95028 Hof/Saale

Klampfenlieder bei BrechtAuf einer gleichnamigen CD erschienen:

CD-Info und Hörproben


Die Presse meint:
Die Lieder waren die „Silberdollars” des Abends. Die Frau ist eine ausgezeichnete Mimin und Interpretin. Ob sie rotzig und heruntergekommen singt, oder melancholisch, singt sie doch nie ohne Stolz. Man spürt durchaus, dass die Brechtsche Lyrik für sie eine besondere Philosophie ist. All dies trug zu einem im wahrsten Sinne des Wortes aufregenden Abend bei. Pietsch ist eine Diva, eine Chanteuse, eine kraftvolle Persönlichkeit, die Brecht bestimmt gefallen hätte.
(Freie Presse)



Gina Pietsch

LIEDER DER VERSCHOLLENEN

Programm und CD von Gina Pietsch (voc) und Bardo Henning (p)

22 Lieder, komponiert von Bardo Henning nach Gedichten von Autoren, in deren Lebenswege die 12 Jahre Nationalsozialismus in Deutschland eine tiefe Kerbe geschlagen haben. Jacob von Hoddis wurde im KZ vergast. Kurt Tucholsky beging, als er die Ausweglosigkeit der damaligen Zeit erkannte, am 21.12. vor 80 Jahren Selbstmord. Else Lasker Schüler, Bertolt Brecht und Valeska Gert und Hardy Worm gingen ins Exil. Joachim Ringelnatz blieb und schwieg und verschwand von der Bühne. Angesichts der ungeheueren Zahl von vertriebenen, ermorderten, gequälten, verschollenen Dichtern in der Zeit des Faschismus ist diese Auswahl natürlich in jeder Weise unvollständig. Sie steht aber für alle.
Bardo Hennings Vertonungen wurden arrangiert für Altstimme, Fagott und Kontrafagott, sowie für Klavier und Akkordeon und werden interpretiert von
Gina Pietsch – Gesang,
Elisabeth Böhm-Christl – Fagotte,
Bardo Henning – Tasteninstrumente

Premiere:

25.09.2015, 19.30 Uhr, Humboldt Bibliothek, Karolinenstraße 19, 13507 Berlin

Lieder der VerschollenenAuf einer gleichnamigen CD erschienen:

CD-Info & Hörproben






Gina Pietsch

WIR SIND AUCH NOCH DA

Ein Kurt Tucholsky-Abend
mit Gina Pietsch (v) Bardo Henning (p)

Drei Tage vor Heiligabend, am 21. Dezember 1935 war es, dass er starb, wahrscheinlich seinem Leben ein Ende setzte. Einen aufgehörten Dichter und aufgehörten Deutschen hatte er selber sich schon ein Dutzend Jahre zuvor genannt, schwer verständlich für uns, da er zu diesem Zeitpunkt in Deutschland noch ein wirklich erfolgreicher Dichter und Publizist war.

Wenn von Kurt Tucholsky die Rede ist, ist auch die Rede von Theobald Tiger, Peter Panter, Kaspar Hauser und Ignaz Wrobel, alle von einem Vater abstammend, vereint liebend und hassend, aber getrennt marschieren. Also doch nur einem, der schrieb unter fünf Namen. Warum ihm sein eigener, Kurt Tucholsky, nicht reichte? Sein Biograf Fritz Raddatz spricht von biografisch begründeten Identitätsverlust-Anzeichen. Irgendwie ein Externer sei er immer gewesen, als Abiturient, als Doktorand, als Familien- mitglied, als Liebender. Er ist ein großer Liebhaber von Ideen. Die Idee Frau, die Idee Sozialismus, die Idee Revolution. Und, Chansons wie „Sehnsucht nach der Sehnsucht” oder „Ideal und Wirklichkeit” bestätigen das.

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Premiere:

19.11.2015, 20.00 Uhr, Wabe, Danziger Straße 101, 10405 Berlin