Neue Programme von Gina Pietsch

Neu im Programm


Neue Programme

Das Lied wollte meiner Stimme zu hoch werden

Martin Luther – Rebell und Reformator und dann?

Dann wird er gegen Bauern als tolle Hunde und vollkommene Schweine hetzen, gegen Türken als Geißel Gottes, gegen Juden als Erzdiebe und Räuber, gegen Behinderte als teufelsähnlich, gegen Frauen als minderwertig wegen vieler Ausscheidung und wenig Geist.
Unpassend all das zur „Wittenbergischen Nachtigall”, wie ihn der Schuhmacherdichter Hans Sachs nennt. Besonders die Lieder waren es, die die nötigen Veränderungen beförderten, die „Marseillaise der Reformation” war dabei, wie Engels Luthers Lied „Ein feste Burg ist unser Gott” nennt. Luther meinte die „Befreiung vom römischen Joch”, das Volk meinte dazu noch ein anderes Joch. Luther meinte, zum Dulden sind die Christen bestimmt. Die Bauern meinten, sie hätten nun genug geduldet. Und langsam merkte auch er es.
Von Erfolgen und Widersprüchen eines Großen singen und erzählen Gina Pietsch (voc), und Christine Reumschüssel (piano).

Premiere im Mai 2017

25.05.2017, 19.30 Uhr, Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung,
Franz-Mehring- Platz 1, 10243 Berlin, Telefon: +49-(0)30-44310-0

Nächste Vorstellungen:
19.08.2017, 19.30 Uhr, KJK Sandgasse, Sandgasse 26, 63065 Offenbach
08.09.2017, 20.00 Uhr, Bestehornhaus, Hecknerstraße 6, 06449 Aschersleben,
Telefon: 03473 / 92890
24.09.2017, 17.00 Uhr, St. Annen Kirche Zepernick, Schönower Str. 76, 16341 Panketal, Telefon: 030 94414247
10.10.2017, 19.00 Uhr, Genossenschaftshaus Volkradstraße, Volkradstraße 9e, 10319 Berlin, Telefon: 030 51588716
16.10.2017, 18.30 Uhr, Café Sibylle, Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin, Telefon: 030 - 29 35 22 03


Gina Pietsch und Christine Reumschüssel

Um uns selber müssen wir uns selber kümmern

Brecht und die DDR

das Land, in dem er die letzten 9 Jahre seines Leben arbeitete.

Gina Pietsch & Christine Reumschüssel

Um uns selber müssen wir uns selber kümmern – Brechtsche Binsenweisheit aus seinem kleinen „Aufbaulied der FDJ” von 1948 und doch Stein des Anstoßes und Beginn einer ärgerlichen Reihe von Querelen, besonders mit dem damaligen Berliner FDJ-Sekretär Erich Honecker, der Brecht in besonderer Weise Steine in den Weg legte bei dessen „Mühen der Ebene”.

Diese reichen bis in die Buckower Jahre, in der die Natur nötiger wird zur Regene- rierung der eigenen. Es sind schwierige Zeiten um den 17. Juni herum, die Anlässe genug zu Elegien geben. Buckower Elegien eben, in der DDR missdeutet, im Westen kaum verstanden.
3 Jahre schreibt er da noch, lehrt, inszeniert, organisiert, mischt sich ein in Politik, selten zur Freude der Herrschenden, macht Vorschläge, die hin und wieder ange- nommen werden, schafft ein neues Theater, das eine neue Gesellschaft befördern helfen soll und das Weltgeltung erzielt. Im Mai 56 lassen die Kräfte nach.

Die Macherinnen singen und erzählen davon in Pietschs 19. Brecht-Abend.

Premiere:

18.02.2016, 19.00 Uhr, junge Welt Ladengalerie, Torstraße 6, 10119 Berlin

Aktuelle Vorstellung:
17.06.2017, t.b.a., Brecht-Weigel-Haus, Bertolt-Brecht-Straße 30, 15377 Buckow (Märkische Schweiz), Telefon: 033433 467


Hey, wer schreitet da rechts raus?

Ein Programm zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution mit Gina und Frauke Pietsch

Die Welt veränderte sich an diesem 7. November 1917, und sie brauchte es. Das fing in Russland an und wurde ein Experiment, das ein Drittel der Erde im Sinne der Unteren anders werden ließ. Das Zusammenbrechen der geschaffenen Realitäten 72 Jahre später ändert daran nichts. Die Enkel fechtens besser aus hatten die deutschen Bauern vierhundert Jahre zuvor gesungen, und dieser Satz ist nicht vergessen.
Gina und Frauke Pietsch erinnern in Liedern und Texten von Majakowski, Brecht, Heine, Tucholsky, Degenhardt, Theodorakis und Jewtuschenko an dieses große Geschehen.

Premiere im Oktober 2017

Aktuelle Vorstellungen:
22.09.2017, 20.00 Uhr, Arndt-Bause-Saal des Freizeitforum Marzahn, Marzahner Promenade 51-55, 12679 Berlin, Tickets: (030) 5427091
21.10.2017, 17.00 Uhr, Kino Babylon, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin
07.11.2017, 19.00 Uhr, junge Welt Ladengalerie, Torstraße 6, 10119 Berlin, Telefon: 030 53635556


Klampfenlieder bei Brecht

Wiederaufnahme des Programms
mit Gina Pietsch (voc), Dietmar Ungerank (git)

Klampfenlieder bei Brecht Live-Variante der gleichnamigen CD, gewissermaßen im Plauderton, wie man's in Kneipen gewöhnt ist – weil er so angefangen hat, in der Kneipe, 20jährig, mit der Klampfe, wie Wedekind und Baal, seine zartesten und gröbsten Lieder singend, übers Lieben und Saufen, übers Freuen und Fressen.

Neue Premiere:

08.07.2016, 20.00 Uhr, Klostercafé, Klosterhof 2, 95028 Hof/Saale

Aktuelle Vorstellung:
09.07.2016, 20.00, Tango Scheune, Burkersdorf 8, 07907 Tegau


Klampfenlieder bei BrechtAuf einer gleichnamigen CD erschienen:

CD-Info und Hörproben


Die Presse meint:
Die Lieder waren die „Silberdollars” des Abends. Die Frau ist eine ausgezeichnete Mimin und Interpretin. Ob sie rotzig und heruntergekommen singt, oder melancholisch, singt sie doch nie ohne Stolz. Man spürt durchaus, dass die Brechtsche Lyrik für sie eine besondere Philosophie ist. All dies trug zu einem im wahrsten Sinne des Wortes aufregenden Abend bei. Pietsch ist eine Diva, eine Chanteuse, eine kraftvolle Persönlichkeit, die Brecht bestimmt gefallen hätte.
(Freie Presse)



Gina Pietsch

LIEDER DER VERSCHOLLENEN

Programm und CD von Gina Pietsch (voc) und Bardo Henning (p)

22 Lieder, komponiert von Bardo Henning nach Gedichten von Autoren, in deren Lebenswege die 12 Jahre Nationalsozialismus in Deutschland eine tiefe Kerbe geschlagen haben. Jacob von Hoddis wurde im KZ vergast. Kurt Tucholsky beging, als er die Ausweglosigkeit der damaligen Zeit erkannte, am 21.12. vor 80 Jahren Selbstmord. Else Lasker Schüler, Bertolt Brecht und Valeska Gert und Hardy Worm gingen ins Exil. Joachim Ringelnatz blieb und schwieg und verschwand von der Bühne. Angesichts der ungeheueren Zahl von vertriebenen, ermorderten, gequälten, verschollenen Dichtern in der Zeit des Faschismus ist diese Auswahl natürlich in jeder Weise unvollständig. Sie steht aber für alle.
Bardo Hennings Vertonungen wurden arrangiert für Altstimme, Fagott und Kontrafagott, sowie für Klavier und Akkordeon und werden interpretiert von
Gina Pietsch – Gesang,
Elisabeth Böhm-Christl – Fagotte,
Bardo Henning – Tasteninstrumente

Premiere:

25.09.2015, 19.30 Uhr, Humboldt Bibliothek, Karolinenstraße 19, 13507 Berlin

Aktuelle Vorstellung:
19.11.2017, 16.00, Paul-Gerhardt-Kirche, Hauptstraße 47-48, 10827 Berlin-Schöneberg


Lieder der VerschollenenAuf einer gleichnamigen CD erschienen:

CD-Info & Hörproben






Gina Pietsch

WIR SIND AUCH NOCH DA

Ein Kurt Tucholsky-Abend
mit Gina Pietsch (v) Bardo Henning (p)

Drei Tage vor Heiligabend, am 21. Dezember 1935 war es, dass er starb, wahrscheinlich seinem Leben ein Ende setzte. Einen aufgehörten Dichter und aufgehörten Deutschen hatte er selber sich schon ein Dutzend Jahre zuvor genannt, schwer verständlich für uns, da er zu diesem Zeitpunkt in Deutschland noch ein wirklich erfolgreicher Dichter und Publizist war.

Wenn von Kurt Tucholsky die Rede ist, ist auch die Rede von Theobald Tiger, Peter Panter, Kaspar Hauser und Ignaz Wrobel, alle von einem Vater abstammend, vereint liebend und hassend, aber getrennt marschieren. Also doch nur einem, der schrieb unter fünf Namen. Warum ihm sein eigener, Kurt Tucholsky, nicht reichte? Sein Biograf Fritz Raddatz spricht von biografisch begründeten Identitätsverlust-Anzeichen. Irgendwie ein Externer sei er immer gewesen, als Abiturient, als Doktorand, als Familien- mitglied, als Liebender. Er ist ein großer Liebhaber von Ideen. Die Idee Frau, die Idee Sozialismus, die Idee Revolution. Und, Chansons wie „Sehnsucht nach der Sehnsucht” oder „Ideal und Wirklichkeit” bestätigen das.

Apropos Chanson: es soll nicht gegen „Rheinsberg” ausgespielt werden, auch nicht gegen die akribischen, genauen und visionären Zeitbeschreibungen in Publizistik und Gedicht. Auf allen Gebieten, aber hier besonders, hat er ganz Enormes geleistet, immer mit dem Finger auf den Wunden der Zeit, Hochkultur, sogar im Berliner Dialekt. Von den vielen tagespolitischen abgesehen, sind sie von großer Aktualität und weit mehr, als der Bänkelgesang der Großstadtliebe, auf den er im heutigen Kabarett gerne reduziert wird. Die Kultur fängt da an, wo die Bankdirektors aufhören: bei der tätigen radikalen Politik, die die Welt nach oben reißen will, sagt er 1926 und tut das am erfolgreichsten mit Satire, Satire, die nach seinem Verständnis immer auf Seiten der Opposition steht, unabhängig von Parteien, aber mit unendlichem Hass auf Krieg und Militarismus und Spießertum und Dummheit und Kadavergehorsam und Hundehalter und Bankdirektoren und, und, und ...

Einen Negativen nennt er sich und ist doch immer auf der Suche nach positiven Ideen, die in seiner Zeit schwer zu finden waren, angesichts von misslungener Revolution und in Windeseile aufkommender Restauration. Widerständig und widersprüchlich ist er. Widerständig, solange er seinen Ekel an der Zeit und an Deutschland noch im Griff hat, da kann er auch schreiben, kann 1934 prophetisch den Beginn des großen Krieges durch die Nazis auf fünf Jahre später voraussagen. Aber nach Hitler aus. Man kann nicht schreiben, wo man nur noch verachtet. Als widersprüchlich dürften das alle die empfunden haben, die von seiner Kunst Hilfe im Kampf gegen den Faschismus erwarteten, besonders, da er schon 1907 das Proletariat als wichtigen Adressaten der modernen Kunst ansah. Aber widersprüchlich ist er immer. Alle seine Frauen wissen das, die Mutter, die Mary, die Gertrud, die Else, die Nuuna.

Viel und streitbar zitiert wurde Tucholskys Satz Soldaten sind Mörder. Wenn auch nicht bei der Etappe, sondern in der Schreibstube, war es doch seine Erfahrung und machte ihn zum Pazifisten. Wenn er den deutschen Militarismus beschreibt, dann so, dass man meint, jeder Soldat müsse nun sofort die Waffen weglegen. Freilich wird er am Ende seines kurzen Lebens auch das anzweifeln. Nichts als Pazifist sein – das ist ungefähr so, wie wenn ein Hautarzt sagt: Ich bin gegen Pickel.

Liebenswert sind seine Zweifel und gelobt, wie Brecht das in einem großen Gedicht tut. Er aber hat sie wohl nicht aushalten können. Ich habe Erfolg, aber ich habe keinerlei Wirkung, sagt er von sich. Und da, spätestens, wollen wir ihm widersprechen.

Premiere:

19.11.2015, 20.00 Uhr, Wabe, Danziger Straße 101, 10405 Berlin


Gina Pietsch

HEDY KIESLER LAMARR

Ein Monodrama von Wilhelm Pellert
mit Gina Pietsch (voc) und Bardo Henning (p)

„Jedes Mädchen kann glamourös ausschauen, alles, was es machen muss, ist stillzustehen und dumm dreinzuschaun”.
Diesen Satz von Hedy Lamarr (1914 – 2000) stellt der österreichische Schriftsteller und Regisseur Wilhelm Pellert ihrer Lebensgeschichte in seinem Monodrama „Hedy Kiesler Lamarr” voran.

Nicht jeder kennt den Namen dieser Schauspielerin, die 1933 18-jährig in der Tschechoslowakei die Hauptrolle in dem großartigen Film „Ekstase” spielt und wegen einer Nacktszene und des Bekenntnisses der jungen Frau zu einem erfüllten Sexualleben für Skandal sorgt und deren erster Film im faschistischen Deutschland auf der Stelle verboten wird. Damals hieß sie noch Kiesler und war Jüdin, die sich in Österreich, Deutschland und später Amerika zunehmend mehr antifaschistisch engagierte. Louis B. Mayer von MGM wird ihr einen Künstlernamen anempfehlen, und als Hedy Lamarr und „schönste Frau des Jahrhunderts” im Zusammenspiel mit Spencer Tracy, Charles Boyer, Clark Gable, Judy Garland, James Stewart und ähnlichen Größen zu einer Hollywood-Karriere verhelfen, die für ein ausgefülltes Leben hätte reichen können.
Lamarr war eine Film-Diva, die „Casablanca” ablehnte, aber sie war mehr als das. Was als zweiter Fast-Beruf nur bei ihr und niemand anderem vorkommt – sie war darüber hinaus eine Erfinderin. Sie schuf mit ihrer Erfindung der Frequenzsprungtechnik die Grundlage für unsere Handys.

Das ist so anerkannt, dass ihr Geburtstag, der 9. November – 2014 übrigens ihr 100. – in 3 europäischen Ländern als Tag der Erfinder gefeiert wird.

Inszeniert vom Autor Wilhelm Pellert, wird die Schauspieler-Sängerin Gina Pietsch dieses vielgestaltige Leben spielerisch erzählen, ergänzt durch thematisch zugehörige Songs und begleitet vom Pianisten Bardo Henning.

Veranstaltungsinfos zum Download als pdf

Jana Frielinghaus, Junge Welt, schrieb:
„Vom Fleck weg
Welche Hollywood-Diva erfand die Frequenzsprungtechnik?
Gina Pietsch in einem Monodrama über Hedy Lamarr”
Artikel lesen

Die Buch-Autorin Dr. Silke Riemann schrieb:
„Liebe Gina,
das war wieder mal ein toller Abend: Hedy Lamarr bekam durch Dich Stimme, Körper, vor allem aber Geist und Gefühl. Was für eine talentierte, selbstbewusste und offenbar lebenssüchtige Frau muss das gewesen sein: eine sechs Mal verheiratete Schauspielerin, die eine bahnbrechende physikalische Erfindung gemacht und viele kluge Entscheidungen getroffen hat – außer bei ihrer Ablehnung des ‚Casablanca’-Drehbuchs :-).

Im Laufe des Abends lernen wir diese Frau kennen, schätzen und mögen: ihre Einsichten in technische (Frequenzsprünge), politische und philosophische Zusammenhänge, aber auch ihre Sehnsüchte, Wünsche und Kämpfe als Frau, ihren Humor und ihre Selbstironie. Ihr habt eine passende, breite Musikauswahl getroffen, die von dem Pianisten Bardo Henning und Dir in allen Genres und Facetten souverän gespielt und gesungen wurde, und der Autor Wilhelm Pellert hat Euch adäquat in Szene gesetzt.

Mit diesem Programm holt ihr Hedy Lamarr aus dem Vergessen-Sein, hoffentlich! Chapeau!
Danke und liebe Grüße, Silke”

Die Journalistin Inge Mesterharm-Dähne schrieb:
„Das Stück ist sehr gut, überraschend, gut formuliert, Gina super, der erste Teil glänzend, der zweite Teil ebenfalls sehr, sehr gut – aber schon etwas für Menschen, die bereits ‚katholisch’ sind (altes Sprichwort und meint: sind überzeugt, wollen sich nicht mehr auseinandersetzen). Aber das schmälert das Theaterstück, die unglaubliche Performance, die es Gina ermöglichte, nicht.

Nur noch – war eben immer meine Thematik – auch die USA haben Ende der Fünfziger, Sechziger nicht nur Tralala-Filme gemacht und Hedy wollte ja auch Autoren-Filme machen. Sie wird das beobachtet haben. Auch Vietnamkrieg wurde erwähnt. Ein Woodstock-Lied hätte diese Zeit im musikalischen Konzept symbolisiert. Hedy wird nach ihrem Rückzug nicht auf Radio und Fernsehen verzichtet haben ...

Pellert ist ein raffinierter Schriftsteller – mit einer Sprache, wie Torpedos – schleichen sich still heran und machen dann Bumm im Kopf.
Ich danke Dir für diesen Abend und Euch allen für Eure herausragende Produktion. Die Inszenierung gehört auf die Bühne des Berliner Ensembles!!!”