Lesungen


Gina Pietsch liest
„Mein Dörfchen Welt”

Autobiografie


13.01.2018 • 14 Uhr
Berlin, Hotel Mercure MOA
Lesung innerhalb der Rosa Luxemburg-Konferenz am Stand der BüSGM (Bündnis für Soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde e.V.)


22.01.2018 • 19 Uhr
Berlin, Anton-Saefkow-Bibliothek


31.01.2018 • 19 Uhr
Berlin, Paula Panke


Gina Pietsch Autobiografie

Gina Pietsch
Mein Dörfchen Welt

Autobiografie

Erscheint 2017 im Verlag Neues Leben
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
ISBN: 978-3355018647

Erhältlich bei:
Eulenspiegel Verlagsgruppe Neues Leben
Junge Welt Shop
Thalia
amazon

und direkt bei Gina Pietsch

Ihre Biografie ist so aufwühlend, wie es ihre Liederabende sind: herzzerreißend schön und kämpferisch-mutig

Gina Pietsch gehört zu den ganz großen Brecht-Interpretinnnen. Mit ihrer markanten Stimme, die ihrem Publikum Lieder von Mikis Theodorakis bis Víctor Jara näherbringt, begeistert sie seit Jahrzehnten ihre Zuhörer. Dabei ist nicht nur ihr Repertoire international und an den sozialen Kämpfen ausgerichtet. Pietsch selbst traf Musiker von Kuba bis Vietnam, arbeitete mit namhaften Künstlern zusammen und engagiert sich nach wie vor für eine gerechtere Welt. Ein Glück, dass die umtriebige Sängerin nun ihre Erinnerungen aufgeschrieben hat. Sie reflektiert ihr künstlerisches Schaffen in zwei Gesellschaftssystemen, schreibt über die großen Hoffnungen und Träume aus der Zeit des Oktoberklubs und Jahrgang 49 und spart Freund- wie Liebschaften nicht aus.

Leseprobe

Nicht gefügt in die Architektur einer Kunstsprache ist Gina Pietschs Text.
Ihr Anspruch ist ein anderer.
Sie hat den Mut, eine Erzählsprache zu wählen, die geeignet ist, dieses unerhörte Tempo ihrer Erzählkette zu tragen.
Dateien, Daten, Titeleien, Namen, Melodien und Lieder unserer geistigen und politischen Heimat. Texte der Aufstände und die Träume von Befriedung. Geopolitische Kartographie.
Ich wurde hineingerissen in ihr Dörfchen Welt und ihr Erinnerung bewahren.
Und dazu hat Gina Pietsch viel zu bieten. Dieser engagierte Leistungsweg der Professionalität ist zu bewundern. Es sind die vielen Begegnungen mit wichtigen internationalen Zeitzeugen, Auftritte in Ländern, mit deren Völkern wir Menschen in der DDR uns solidarisierten. Gegen das Vergessen füllt sie meine Erinnerung. Gina Pietsch hat wahrlich viel zu erzählen. Wichtiges.
Das ist Friedenskampf mit den Mitteln der Kultur auf hohem Niveau, in dem Bewußtsein, daß der Frieden das Fest des Alltags sein muß.
Die Kulturpolitik in der DDR war ein sehr differenzierter Prozeß.
Wir lesen, wir, die wir es schon wissen, daß die Intoleranz selten frei von Komik ist, und die wir es schon wissen, lesen, daß es aber auch ganz anders war. Und in diesen so offenen nötigen Dialog schreibt Gina Pietsch sich ein.
(Heidrun Hegewald, 20.03.2017)