CDs von Gina Pietsch

Titel


    KURT TUCHOLSKY
    9.1.1890 – 21.12.1935
  1. Die Dame mit'm Avec
  2. Mutters Hände
  3. Heinrieh Zille
  4. Chanson für eine Frankfurterin Chanson für eine Frankfurterin
  5. Angestellte
  6. Deutschland, erwache
  7. Letzte Fahrt
  8. Interlude:
  9. Marsch für Paul Lincke

  10. JAKOB VON HODDIS
    16.5.1887 – ...1942
  11. Visionarr
  12. Der Mörder
  13. Weltende
  14. Interlude:
  15. Charles Ton

  16. HARDY WORM
    8.2.1896 – 29.8.1973
  17. Zeit is Jeld
  18. Abends um Zehne
  19. Interlude:
  20. Tango Superb

  21. JOACHIM RINGELNATZ
    7.8.1883 – 17.11.1934
  22. Großer Vogel Großer Vogel
  23. An den Kanälen
  24. Die Zeit vergeht
  25. Das Lied von der Hochseekuh
  26. Sie faule verbummelte Schlampe
  27. Im Park
  28. Interlude:
  29. A – Walzer für B

  30. ELSE LASKER-SCHÜLER
    11.2.1869 – 22.1.1945
  31. Mein blaues Klavier

  32. BERTOLT BRECHT
    10.2.1898 – 14.8.1956
  33. Klage des Emigranten Klage des Emigranten

  34. KLABUND
    4.11.1890 – 14.8.1928
  35. Rag 1920

  36. VALESKA GERT
    11.1.1892 – 18.3.1978
  37. Was nicht geht

  38. Alle Titel komponiert von Bardo Henning Gesamtspielzeit: 59:50 min


Aufnahme: 4./5./8.6.2015 im Waldstudio Frohnau
Produzent: Willi Bardo

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Lieder der Verschollenen

Lieder der Verschollenen

Gina Pietsch
Elisabeth Böhm-Christl
Bardo Henning

Die in unserer Auswahl durch Bardo Henning vertonten Dichter wurden von den Nazis und ihren Vorgängern totgeschwiegen, umgebracht, ausgebürgert, vertrieben, oder ihre Bücher landeten in den Flammen.


KURT TUCHOLSKY, der als Soldat, Soldaten „Mörder” genannt hatte, setzte drei Tage vor Heiligabend 1935, 45jährig, seinem Leben ein Ende.

Der jüdische Dichter JAKOB VAN HODDIS, dessen Gedicht „Weltende” 1911 den Frühexpressionismus einläutete, wurde 1942 im KZ Sobibor ermordet.

HARDY WORM, schon als Mitglied des Spartakusbundes 1919 im Moabiter Gefängnis, gründete die Kabaretts „Die Wespen” sowie „Die rote Nachtigall” und musste 1933 als Chef des Satire-Magazins „Die Ente” emigrieren.

JOACHIM RINGELNATZ, der Seemann werden wollte, aber seine beste Zeit als Kabarettist mit seinem „Kuddeldaddeldu” hatte, hielt sich für unpolitisch, bekam aber 1933 Auftrittsverbot.

ELSE LASKER-SCHÜLER, bedeutende deutsch-jüdische Dichterin, musste nach tätlichen Angriffen Deutschland verlassen und starb, nach erzwungenen ständigen Ortswechseln am 22. Januar 1945 in ihrem Hebräerland Israel.

BERTOLT BRECHT, der für die Emanzipation der Unteren schrieb und mit einer Jüdin verheiratet war, für all das von den Nazis durch sieben Länder getrieben wurde, war so 13 Jahre lang Ausländer und fühlte sich als solcher. KLABUND forderte 1917 in einem Offenen Brief Kaiser Wilhelm zur Abdankung auf und wurde angeklagt wegen Vaterlandsverrats und Majestätsbeleidigung.

VALESKA GERT, jüdische Grotesktänzerin, von den Nazis als entartet diffamiert, gründete im amerikanischen Exil ein Kabarett, in dem zeitweilig Georg Kreisler am Klavier saß und Tennessee Williams kellnerte.

Eingedenk der Tatsache, dass es sich hier um die Crème unserer Kultur handelte und verbunden mit dem Wunsch, dass keinem Dichter, keinem Menschen heute und morgen Ähnliches widerfahren möge, haben wir diese CD gemacht.



Besetzung:
Gina Pietsch – Gesang
Elisabeth Böhm-Christl – Fagott, Kontrafagott
Bardo Henning – Piano, Akkordeon, Komposition