Titel:


  1. Kleines Lied
    (Bertolt Brecht)
  2. Die Weihnachts- geschichte
    (Tirolerisch – Monika Ungerank/Berlinerisch Michael Fischer )
  3. Guten Abend, schön Abend
    (Worte und Weise: aus Kärnten)
  4. Bethlehem und Gänsebrust
    (Julie Schrader)
  5. Aus dem Tagebuch – Weihnachtspralinee mit Liköhr
    (Julie Schrader / Dietmar Ungerank)
  6. Der güld'ne Zapfen
    (Julie Schrader / Gina Pietsch)
  7. Es hatte sich eröffnet
    (steirisches Hirtenlied)
  8. Weihnachten
    (Peter Maiwald)
  9. Heilige Nacht   
    (Ludwig Thoma /
    Gina Pietsch)
  10. Käme er heute   
    (Kurtmartin Magiera)
  11. Weihnachten
    zu Hause   

    (Agnes Hüfner / auf „Ihr Kinderlein kommet”, Christoph v. Schmid, Johann Abraham Peter Schulz)
  12. Was, wenn es wahr wäre
    (Jacques Brel)
  13. Kommet, ihr Hirten
    (Carl Riedel / aus demAltböhmischn)
  14. Die gute Nacht
    (Bertolt Brecht)
  15. Canzone d' I Zampognari
    (trad.sicil.)
  16. Ein neues, ein wahres Weihnachtslied
    (Carlos Mejia Godoy)
  17. Senora, Dona Maria   
    (trad. chil.) Maria (Bertolt Brecht)
  18. Jesus macht nicht mehr mit
    (Wolfgang Borchert)
  19. Od rest you merry, Gentlemen
    (trad. engl.)
  20. Fum, Fum, Fum!
    (trad. span.)
  21. Mein Jahrhundert
    (Ursula Adam)
  22. Auferstehung
    (Jo Winter / Dietmar Ungerank)
  23. Morgen kommt der Weihnachtsmann
    (Dieter Süverkrüp, Hoffmann von Fallersleben / trad. french.)
  24. Weihnachten
    (Robert Gernhardt)
  25. Weihnachtslied, chemisch gereinigt
    (trad. dt. Erich Kästner / Carl Gottlieb Hering)
  26. Bethlehem heißt auf deutsch Haus des Brotes
    (Erich Fried)
  27. Ich will dem Knäblein schenken
    (Des Knaben Wunderhorn / Karl Marx)
  28. Nikolaus
    (Niederrhein)
  29. Nu är der Jul igen
    (trad. swed.)
  30. Zwischenlandung
    (Sarah Kirsch)
  31. Adeste Fideles
    (Abeé Borderies / John Reading)
  32. Nacht der deutschen Dichter
    (Robert Gernhardt)
  33. Alle sind beflügelt von Festfreude – Weihnachtspralinee mit Liköhr
    (Paula Modersohn-Becker / Dietmar Ungerank)
  34. Stille Nacht
    (Joseph Mohr / Franz Xavier Gruber)


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Gesamtlänge:
60 Minuten

Buch:
Gina Pietsch

Gitarrenbearbeitungen:
Dietmar Ungerank

Tonregie:
Dietrich Petzold, tonus arcus

Musikverlag:
Musikverlag H. Burger & M. Müller

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Bestell-Nr.: CKM 064
Preis: EUR 15.00 €
Jesus macht nicht mehr mit

Jesus macht nicht mehr mit

Gina Pietsch (voc.) und
Dietmar Ungerank (git.)

Lieder und Geschichten von unten und oben von Himmel und Erde, die Weihnacht betrachtend


Gina Pietsch – die Weihnacht betrachtend

Ich bin eine Heidin. Meine Eltern, in ihrer Jugend evangelisch, waren ausgetreten aus der Kirche.

Ob Ihnen danach etwas gefehlt hat? Ich weiß es nicht, und ich kann sie nicht mehr fragen.

Jedenfalls gab es bei uns kein Weihnachten ohne „Stille Nacht”. Erst saß meine Schwester am Klavier, dann ich. Und die Hirten schienen zu kommen, so wie wir sie im Lied gerufen hatten, nicht wissend, daß man so im alten Böhmen sang. Und „süßer klangen die Glocken” auch nie mehr, als in meiner Kinderzeit. Und so ging das fast fünfzig Jahre – das Weihnachten einer Heidin.

Mein Kollege Dietmar Ungerank ist kein Heide, wohl aber auch kein eifriger Kirchgänger.
Seine Eltern in Tirol, Katholiken, waren nicht ausgetreten. Und von seiner Schwester habe ich das Lied von den „Engelen” gelernt, die aus dem himmlischen Tor hervorkugeln und „Putzikagelen” machen – Purzelbaum, würden wir sagen – was nicht gerade sehr himmlisch klingt, mich aber gleich himmlisch verliebt gemacht hat.

An diesem Fest gibt es überhaupt viel zum Verlieben. Die schön komische „Poetantin” Julie Schrader hat erkannt, warum:

„Weihnachten ist das Fest der Seelen,
Weihnachten ist das Fest der Lust.
Weihnachten tun sich vermählen
Bethlehem und Gänsebrust.”

Und so was Schönes müßte lange dauern, bis Ostern vielleicht, wie die Schweden singen.

Als Kind war ich in Weihnachten verliebt, weil es so spannend war. Das begann beim Geschenke-Ausdenken – was für eine Anstrengung, nicht zu verraten, was für wen gebastelt wurde – und hielt meist an bis zum letzten Plätzchen. Welche schöne Zerreißprobe, kurz bevor die Tür zum Wohnzimmer aufging, das so verwandelt war, dank Päckchen und bunten Tellern, mit „Äpfel, Birn und Nüssen”, und das so schön warm war und schummrig, dank der „güldenen Zapfen” und der Kerzen am Baum – immer echte, übrigens. Und immer, glaube ich, war es bei uns friedlich, und wir hatten „ein Wohlgefallen” – wie in dieser alten guten Geschichte, die wir in den Liedern besangen.

Zu uns kam, so lange mein Kinderglaube hielt, „mit seinen Gaben” der Weihnachtsmann. Das Christkind kam ein wenig zu kurz. Dabei ist es gerade die Geburt dieses Jesuskindes, die mich, die ich auch eine Mutter bin, heute so rührt, besonders, wenn sie von Brecht erzählt wird, in dieser merkwürdig säkularisiert christlichen Weise. Rühren kann mich aber beileibe nicht nur Brecht, denn die Reihe derer, die diese gute Geschichte gut erzählen, ist lang, und der Sprachen – und Dialekte – sind so viele, in denen sie besungen wird, wohl, weil sie von einer großen Hoffnung erzählt, einer Hoffnung von vielen, der Mehrzahl der Menschen auf dieser Welt, von den Armen also.

So unumstritten die Darstellung der Hoffnung auf Erlösung durch diesen liebevollen Jesus ist, so umstritten ist der Anteil der Reichen dabei. Von den heiligen drei Königen jedenfalls wird doch sehr Widersprüchliches erzählt. Brecht meint, in der Geschichte seien es ursprünglich Hirten gewesen, und Ludwig Thoma behauptet gar: „Es ist eine G' schicht von den Armen. Kein Reicher war nicht dabei”. Wie auch immer, von Reichen, die Gold verschenken, hört man immer wieder gern, von Kindern, die verhungern, ungern – heute in unserer Welt aller zweieinhalb Sekunden eines.

So bedarf es denn des Mutes eines Erich Fried, dieses schöne Fest mit solch krassen Informationen zu stören. Dabei ist der Gedanke gar nicht weit hergeholt, wenn man sich von ihm den Namen des berühmten Ortes übersetzen läßt, wo alles angefangen hat – in Bethlehem, im „Haus des Brotes”, wo er geboren wurde, dieser sanfte Revolutionär, der die Liebe predigte, bis er „aufs Kreuz gelegt” wurde. Und zwischen Geburt und Tod dieses Jesus ist so viel Wichtiges und Schönes, wozu auch ich – ähnlich Jacques Brel – ja sagen kann, ob im alten Text, oder in der Auslegung des Wolfgang Borchert, der in Kriegszeiten – vor unserer Geburt –, dieser CD ihren Namen gab – „Jesus macht nicht mehr mit”.

Ein paar dieser Geschichten sind hier zusammengetragen, erzählt gesungen und gespielt.

Haben Sie also Appetit darauf, wie auf Gänsebraten und Plätzchen.

Und haben Sie Frieden an diesem Fest und Freundlichkeit, nicht nur zu diesem Knäblein, das da geboren wurde in jener kalten Nacht, sondern zu allen.



Dietmar Ungerank

Gitarrist und Komponist; 1950 in Steinach am Brenner geboren; begann als Zwölfjähriger mit dem Gitarrenspiel, arbeitete in professionellen Bands und tauschte die E-Gitarre mit der Konzertgitarre, auf der er 1977 in München die Gitarrenlehrerprüfung ablegte; neben Konzertverpflichtungen spielt er am Theater Hof die Gitarrenparts in Musicals, Opern und Operetten; ist Dozent an der Musikschule der Hofer Symphoniker, wo er von 1982 bis 1988 das "Internationale Seminar für Gitarre Hof/Saale" initiierte und leitete; seit 1987 befaßt mit Kompositionen, die er in Kombination von Text-Bild-Musik zu Klangbildern umsetzt

1994 CD „Hommage” Kompositionen für Gitarre
1997 Brecht-CD „Klampfenlieder bei Brecht”
2001 Weihnachts-CD „Jesus macht nicht mehr mit”


Die Presse meint:
„Chansons und Weihnachten gehören nicht unbedingt zusammen. Doch was die Berlinerin Gina Pietsch daraus macht, ist eine ganz erstaunliche, freche, respektvoll kritische und zugleich hochkünstlerische Angelegenheit ...
Sie bewundert die Botschaft, die von der Heiligen Nacht ausgeht,; sie fürchtet die Menschen, die Kinder verhungern lassen und Soldaten in den Tod schicken. Und sie singt, ja sie singt großartig, ausdrucksstark, mit einer rauchigen, nach Berliner Jazzkellern schmeckenden Stimme ... Der moderne Zugriff auf die Weihnachtsbotschaft und der erlesene Umgang mit Sprache und Musik hätte ganze Schülerjahrgänge beeindrucken können.”
(Neue Westfälische)

„... Hier wurde keine beschauliche Kuschelweihnacht überhöht und auch keiner sinnentleerten Konsumweihnacht das Wort geredet. Gina Pietsch betonte die volkstümliche ebenso wie die literarischen Aufarbeitung des Themas und fügte beide Seiten mühelos mit mächtiger Altstimme zusammen ... ”
(Herforder Kreisblatt)

„... Mithin bewährt sich die Künstlerin nicht nur gesanglich mit rauchiger Charakterstimme, sondern ebenso als Erzählerin, die sich von jeder Anspielung, jedem Blickwechsel und Klangwandel der Texte anregen läßt. Der explosiven Energie, wie sie die großartige, oft ungebärdige Schauspielerin freisetzt, hält Dietmar Ungeranks Gitarre mit Dezenz Stand: Beinah bescheiden agiert der Musiker und riskiert doch nie, nebensächlich zu werden. Gegen die abgedroschenen Phrasen der Menschlichkeit wehren sich die beiden mit wohlüberlegt-wechselreicher Dramaturgie: Die strahlenden sowohl wie die düsteren Farben des Festes tragen sie auf. Auch Weihnachtslieder singen sie – in Französisch, Schwedisch, Chilenische-, sogar die unverwüstliche ‚Stille Nacht‘ ...”
(Frankenpost)

„Die Weihnachtsverführerin ... Weihnachten ist ein weltumspannendes Fest Man kann es in vielen Stimmen und Sprachen kund tun. Der Kern des Geschehens ist allbekannt. Ginas Weihnachtsmischung ist in ihren einzelnen Zutaten bestens abgewogen. Da gibt es die kess-frivole Pralinenschlürferin aus den Aufzeichnungen der Julie Schrader, die der Vortragenden hervorragend passt ...
Wer die deutschen Weihnachtslieder nicht mag, weil sie allzusehr an die Kinderstube erinnern, kann sich mit sizilianischen, französischen, chilenischen oder schwedischen traditionellen Weisen vom Duo Pietsch und Ungerank hin zum Festlichen entführen lassen. Doch nein, bei der etwas unverfänglicheren Weihnacht von fern her beläßt es die Sängerin nicht. Gina Pietsch versteht es, ihr Publikum in gekonnter Weise langsam aufzutauen. Da wird der frechzüngige Robert Gernhardt abgeschmeckt mit Brecht ... Da nimmt sie an einem Tischchen im Publikum Platz und schickt ein schönes rundes ‚Stille Nacht‘ in den Raum. Und nun sind sie ganz umgarnt vom vertrauten, herzanrührenden Klang, der bei der Pietsch ohne Süßlichkeit auskommt ...”
(Potsdamer Neueste Nachrichten)

„... ‚Jesus macht nicht mehr mit‘ – mit dem Titel sorgen Chansonette Gina Pietsch und Gitarrist Dietmar Ungerank so kurz vor Weihnachten natürlich für ungewohnte Gefühle, wird man ansonsten doch ganz auf das ‚Das Christkind kommt‘ eingeschworen. Doch die Berlinerin und Brecht-Interpretin steht ja nun nicht gerade für konventionellen Einheitsbrei, und so ist dieser Liederabend eine wohltuende Alternative zum Fernsehprogramm der Feiertage ...”
(Wiesbadener Tagblatt)