Er
hat Vorschläge gemacht
Ein Bertolt-Brecht-Abend aus Anlass
des 50. Todestages des Dichters
... Gina
Pietsch mit ihrem neuen Programm "Er hat Vorschläge gemacht"
im St. Jakobs-Wassertum ... 90 Minuten währte der vielseitige Streifzug
durch Brechts Werk und nicht eine Sekunde war dran zu zweifeln, dass die
aus Ost-Berlin stammende Gina Pietsch eine der größten Brecht-Interpretinnen
unserer Tage ist.
(Dreigroschenheft)
... wer wäre besser geeignet als Gina Pietsch, die eben nicht
nur hin und wieder Brecht singt und spricht, wenn dies eben mal 'in' ist.
... Gina Pietsch hauchte und wisperte die Botschaften Brechts, schrie
diese aber auch heraus, wenn es nötig war und fesselte damit das
Publikum, das am Ende in Begeisterungsstürme ausbrach. Dieses jubelte
ihr, dem ebenfalls wunderbaren Begleiter Uwe Streibel am Piano sowie Brechts
'Vorschlägen'
zu ...&
(Märkische Oderzeitung)
Erstens,
vergesst nicht, kommt das Fressensaufenrauchenvögelnsegeln
... Manches Schlagersternchen, manche TV-Schauspielerin
hat schon verzweifelt versucht, sich mittels
Brecht und Weill über das niedere U-Genre zu
erheben. "Pfoten weg!", kann man da nur raten,
zumal, wenn man gerade erst Gina Pietsch gesehen
und gehört hat ... Ein paar Fältchen braucht
es schon, ein wenig Rauch auf den Stimmbändern,
ein paar Lebenserfahrungen, um das rüberzubringen ...
Sie hat bei Gisela May an der Berliner Musikhochschule
"Hanns Eisler" das Fach Chanson studiert, ...
An der "Eisler" lehren und lernten auch die
Musiker des Ensembles "Four winds & One", die
Pietsch kongenial begleiten. Elegisch und kokett
in schnellem Wechsel, strudelnde Jahrmarktsmusik,
die ins Verzerrte kippt: Hannes Zerbe am Klavier
und den keyboards und vier gestandene Bläser
eilten nie voraus, hinkten nie nach, kurz: Sie
begleiteten, im besten Sinne. Was ein Kunststück
für sich ist, denn Gina Pietsch ist geballte
Kraft.
(Amberger Nachrichten)
... "BB" hätte seine Freude gehabt an dieser eigenwilligen Interpretin
Gina Pietsch, die sich durchaus an so bekannten Namen wie Lotte Lenya
oder Therese Giehse messen lassen kann ... Deshalb ist das hohe Niveau
auch nicht etwa den hochhackigen Sandaletten zuzuschreiben, auf denen
sie das 90-minütige Programm ausbalanciert, sondern eben diesen exzellenten
Voraussetzungen. Dazu kommen ihre rauchig-expressive Stimme, ihre Bühnenerfahrung
und ihr bedingungsloses Engagement für "BB" ... Ohne die "Four Winds and
One" hätte aber der Orkan sicherlich nicht diese Stärke erreicht. Es war
gigantisch, wie die fünf Musiker den Raum füllten, sich in die vorwiegend
von Kurt Weill und Hanns Eisler komponierten Stücke einfühlten und die
schwierigen Klangmixturen perfekt reproduzierten ...
(Amberger Zeitung)
... Gina Pietsch aus Ost-Berlin, Chansonette aus
der Erblinie Brecht-Weill-Eisler-Dessau und
der Interpretinnensippe einer Therese Giehse
und Lotte Lenya, kam, sah und eroberte ihr Publikum
im Sturm. Ihre facettenreiche Schauspielkunst,
ihr proletarischer Charme sind unwiderstehlich.
Gerhard Folkerts Vertonungen zeigen eine neue,
unkonventionelle Schreibart.
(Die Welt)
Siebenhundert
Intellektuelle beten einen Öltank an - Ökologisches bei Brecht: "... Und
doch steht da eine Frau, ganz in Schwarz, auf der Bühne und bringt es
fertig, nach dem großen Rummel um Brecht, einen bb lebendig werden zu
lassen, wie ihn viele so vermutlich nicht kennen. '7oo Intellektuelle
beten einen Öltank an', heißt das Programm, mit dem die stimmgewaltige
Brecht-Interpretin, am Klavier einfühlsam begleitet von Gerhard Folkerts,
gastierte.
(Frankfurter Rundschau)
... Die Lieder waren die Silberdollars des Abends. Die Frau ist eine ausgezeichnete
Mimin und Interpretin. Ob sie rotzig und heruntergekommen singt oder melancholisch.
Sie singt doch nie ohne Stolz ...
(Freie Presse)
Ach,
denkt das Veilchen
Ein Goethe-Abend
...
Die rauchig-laszive Stimme der gestandenen Brecht- und Weill-Interpretin
ist so facettenreich, dass sie von lyrisch-zarten Tönen bis zu Deftig-Rustikalem
mühelos die weniger bekannten Bonmots des Dichterfürsten auslotete. Nicht
nur singend, auch leidenschaftlich rezitierend macht Gina Pietsch selbst
dem vergoethetsten Publikum Lust auf den alten Macho, der offenbar öfter
und manchmal sogar rein körperlich so seine liebe Not mit den Weibern
hatte. Besonders dann, wenn sie denken konnten. Wer hätte das von ihm
gedacht!
(Berliner Morgenpost)
... Wer
scharfe Kanten bügeln will, braucht ein heißes Eisen, z.B. neue Vertonungen
von Gerhard Folkerts, die sich in rivalitätsloser Bescheidenheit neben
die großen von Weill, Dessau und Eisler stellen dürfen. Und natürlich
die Stimme und die Bühnen-präsenz von Gina Pietsch. Was da an gassenjungenhafter
Dröhne und lyrischer Anmut, an lausbubigem Charme und Pathos des Verstummens
über die Rampe kommt, ist frisch wie beim ersten Mal.
(Grafschafter Nachrichten)
Klampfenlieder
bei Brecht: ... Einige Akkorde auf der "Klampfe" von Dietmar Ungerank,
dann stürmt Gina Pietsch mit einer Ausdruckskraft ins Licht, die selbst
die letzten flüsternden Gäste vor Ehrfurcht verstummen lässt ... Etwa 25
Lieder sang die Künstlerin und gerne ebenso viele Stimmungen verstand
sie zu vermitteln ...
(Märkische Oderzeitung)
... Gina Pietsch singt mit rauchiger Stimme, einer ausdrucksstarken Mimik ...
Sie scheint wie geschaffen zu sein, Brecht zu singen und zu interpretieren.
Nicht umsonst gilt sie als die Brecht-Interpretin schlechthin ...
(Frankenpost)
"...
Wie viele singende Schauspielerinnen haben sich schon per Soloabend mit
Brecht geschmückt und daraus eine Schallplatte gemacht. Bei Gina Pietsch
ist das anders. Sie kann, anders als die meisten Schauspielerinnen, richtig
singen, und zweitens ist Brecht ihr Autor überhaupt. Sie lebt ihn... Der
Gitarrist, Dietmar Ungerank, hat die Orchesterbegleitungen ins Heutige
übertragen. Das ergibt ein interessantes Wieder- und auch Neuhören...
mit einer sehr kultivierten und auch stilsicheren Gitarre, die nach Jazzerfahrungen
und anderem mehr klingt ...
(Neues Deutschland)
... Zu den Fakten zählt auch die Tatsache, dass Dietmar Ungerank das Kunststück
fertigbrachte, viele der Songs für Gitarre so zu bearbeiten, dass der
Eindruck bleibt, es ist nichts verloren von Hanns Eislers oder Paul Dessaus
substanziellen Intentionen... Dass man wohl kaum eingestimmter sein kann
aufeinander, als dieses Duo mit großer Präzision vorführte, tat ein übriges
dazu. Auch, weil Gina Pietsch als Sängerin und Schauspielerin für jedes
Stück eine so unglaubliche Intensität entwickelt, ihre Stimme, für die
kaum eine Nuance vorstellbar ist, die sie nicht beherrschte, so präsent
ist wie auch ihre Gesten, dass man glaubt, sie brauche allen Raum für
sich ...
(Die Rheinpfalz)
Nur
jetzt nicht weich werden Männer und Frauen bei Brecht: ... Zwei Stühle,
eine Schwelle, alles in Schwarz. Mehr braucht Gina Pietsch nicht, um sich
mit großzügiger Leidenschaft durch ein Liedprogramm bester Brechtscher,
von Eisler, Weill und anderen vertonter Texte zu singen ... Lustvoll stürzt
sich die Diseuse auf die Texte, erweckt die immer am Abgrund sich abspielenden
Biografien der Antihelden mit rauher Stimme zum Leben. Sie nimmt die Songs,
als gelte es aufzuerstehen, aus den Trümmern, die älter sind als der Tod
des Dichters ...
(Wedeler Tageblatt)
... Für das meiste findet die Pietsch, einst Schülerin von Gisela May ... ihre
ganz eigene Interpretation. Sie dürfte spätestens hiermit sich in die
vorderste Reihe der Brecht-Sänger und Rezitatoren begeben haben ...
(Neues Deutschland)
Wenn
du stolperst, Schwester, ich halt dich
Frauenlieder aus 5 Jahrhunderten
...
"Wenn du stolperst, Schwester" ist ein Pogramm mit Zukunft. Die Chansonette
will mit den Liedern und Stücken aus fünf Jahrhunderten "Mut holen aus
alten Zeiten". Dietmar Ungerank begleitet aufmerksam, hintergründig und
liebevoll auf der Gitarre. Gina Pietschs Brecht-Interpretationen sind
ungebrochen grandios, müssen den eigenen Ausdruck der Gisela-May-Schülerin
längst nicht mehr beweisen. Sie überzeugt mit scheinbar selbst gelebter
Verruchtheit, Unschuld, Liebe bis zur Selbstaufgabe, Abgründen, Höhenflügen...
Weit entfernt von Eitelkeit oder weinerlichem Pathos zeigt sie sich im
besten Sinne professionell, jenseits schmalspuriger Frauenbewegungsdebatten
und doch sehr politisch.
(Leipziger Volkszeitung)
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