Neue Programme von Gina Pietsch

Im Plan für 2019


Meinst du, die Russen wollen Krieg?
Sagen wird man über unsre Tage ...

Neue Programme im Plan für 2019

Meinst du, die Russen wollen Krieg?

In der Erklärung der BVV Steglitz-Zehlendorf vom 19. Januar 2005 wurden die Russen schon mal fertig gemacht „für den Schrecken und das Leid der Bevölkerung, den die Rote Armee von Ostpreußen bis nach Berlin zu verantworten hatte.”
Für jedes Jahr seitdem ließen sich ähnliche Unverschämtheiten finden, und Lügen, nicht nur in BVV und nicht nur in „Bild”. Es wird gelogen, dass sich die Balken biegen und ohne rot zu werden, denn rot fühlt sich der Berliner Senat oder die Thüringer Landesregierung ja ohnehin schon.

Das reicht.

Angesichts von gern übersehener Kriegsgefahr reicht es Gina Pietsch und ihrer Tochter Frauke nicht. Extra für die Stralsunder Russlandtage haben sie deshalb ihr Programm entwickelt, mit Texten und Liedern von Braun, Brecht, Fühmann, Gundermann, Hacks, Sting, den Stones, Tucholsky, Wyssotski und natürlich Jewgeni Jewtuschenko, dem Namensgeber des Titelliedes Meinst du, die Russen wollen Krieg.



Aktuelle Vorstellungen:

23.06.2019, 10.00 Uhr, IntercityHotel, Tribseer Damm 76, 18437 Stralsund,
Tel.: 03831 2020


19.08.2019, 18.30 Uhr, Café Sibylle, Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin,
Tel.: 030 32665101

Sagen wird man über unsre Tage ...

Ein Abend zum Geburtstag der DDR vor 70 Jahren,
mit Gina Pietsch (voc) und Bardo Henning (p)

altes Eisen hatten sie und wenig Mut,
denn sie hatten wenig Kraft nach ihrer Niederlage ...

Der Jazzer Uli Gumpert hatte das komponiert, und ich hab es in den frühen Siebzigern gern gesungen. Ich fand auch den Text, den Kuba, eigentlich Kurt Barthel, geschrieben hatte, schön und sehr auf der Seite der Unteren, die sich da mit altem Eisen abschinden mussten. Als Sekretär des Schriftstellerverbandes scheint er diese Seite vergessen oder verlassen zu haben. Am 20. Juni 53 drohte er den Bauarbeitern der Stalinallee, nun noch mehr arbeiten zu müssen, ehe ihnen „die Schmach vergessen wird“, die sie der Regierung angetan hätten. Das ging nicht durch, führte zu seiner Absetzung als Sekretär und zu Brechts berühmtem Gedicht „Die Lösung”. Dieser 17. Juni war ein schlimmer Einschnitt in die Geschichte der DDR. Nicht umsonst wurde er in der heutigen BRD ein Feiertag, im Gegensatz zum 8. Mai, unserem Tag der Befreiung. Da heute sehr viel getan wird, um DDR-Bürgern ihre Geschichte, also dieses große Experiment im Sinne der Unteren vergessen zu machen, wird daran erinnert werden. Da wird auch von Niederlagen zu reden sein, auch wenn sie traurig machen. Und von Abhängigkeiten, der DDR von der Sowjetunion, der DDR von der BRD, von EU und RGW, von NATO und Warschauer Pakt.

Da geschehen Machtwechsel, die von außen kommen und wenig zum Nutzen der DDR-Bürger sind, Ulbricht zu Honecker mit scheinbaren Erfolgen zuerst und schlimmen Effekten am Ende. Den Zeitvergleich zu heute können wir nicht weglassen. Den „Unrechtsstaat”, den Rucksack-Thüringer, die sich Linke nennen, aber keine sind, so gern im Mund führen, lehnen viele, die von dort kommen, ab, und so auch ich.

In unserem Abend wird es um Dinge gehen wie das Volkseigentum, darum, wie es erkämpft und verloren wurde. Es wird gehen um die Heimat, die im Lied gern besungen wurde und die heute ein Wort ist, das missbraucht scheint. Antifaschismus, den wir in der DDR-Schule lernten, glücklicherweise verordnet, weil unsere frühen Oberen ihn aus Kzs, Exil und Kriegen mitbrachten, muss verteidigt werden, weil Faschismus noch oder schon wieder in jungen oder alten Köpfen sitzt. Zusammengefasst könnte man sagen, es wird gehen um eine Haltung zu dieser großen „dritten Sache“, wie Brecht es gerne nannte, also dem Kampf gegen eine Gesellschaft der Ausbeutung, für eine sozialistische. Diese Haltung habe ich im Elternhaus, in Schulen, Hochschulen und Unversitäten der DDR gelernt, nie vergessen und bin auch nicht gewillt, sie in meinem Leben noch vergessen machen zu lassen. Gerade Letzterem, dem Vergessen-machen-Lassen dieser wirklichen Alternative im Sinne der Unteren, muss jeden Tag standgehalten werden. Und sage mir keiner, dass das immer leicht ist. Dem Übermaß an Lügen, nicht selten gebildet klingenden, dem wir täglich ausgesetzt sind, der Kontrolle von Ideen und Emotionen, von den Medien angefangen bis in die wichtigsten politischen Instanzen, sich entgegen zu stellen mit besseren, klügeren, menschlicheren Argumenten, ist eine große, notwendige Aufgabe.

Es wird im Programm um Solidarität gehen, mit den Schwachen in der Welt, Solidarität, die bei uns schon den Kindergartenkindern beigebracht wurde und die Staatsaufgabe war. Es wird um Freundlichkeit gehen, die notwendige, ohne die Ost und West nicht zusammenzubringen sind.
Es wird um Menschlichkeit gehen, im großen und kleinen Sinne, an den Plätzen, die bei gleicher Arbeit gleich bezahlt werden müssen, in den Wohnungen, die für alle erschwinglich sein müssen, an den Schulen und Universitäten, die allen gleichermaßen zugänglich sein müssen. Nicht vergessen sei die Achtung, die jedem zusteht, Frauen gleich Männern, Alten gleich Jungen und und und. Und es geht um den Frieden, der gesichert sein muss, ohne Waffen, nicht nur, aber besonders weil wir aus der DDR an ihn gewöhnt waren. Denn unsere Volksarmee trug den Namen mit Recht, da sie nie beteiligt war an Kriegen. Vieles von dem haben wir, die wir aus diesem kleinen, lange Zeit recht armen, Ländchen kommen, schon erlebt, und vermissen es nun. Aber unsere Hoffnung auf ein großes, gutes Deutschland wird nicht aufgegeben. Und es gibt da Dichter, – Braun, Brecht, Hacks –und Liedermacher – Gundermann, Demmler, Degenhardt – in der Hinterhand. Und wir beide auf der Bühne bringen unsere verschiedenen Erfahrungen ein, der in der BRD geborene Komponist und Pianist Bardo Henning, und ich, Gina Pietsch, die in der DDR sozialisierte Sängerin.

Premiere im Oktober 2019

07.10.2019, 20.00 Uhr
, junge Welt Ladengalerie, Torstraße 6, 10119 Berlin
Tel.: 030 / 53 63 55-0



Nächste Vorstellungen:

08.11.2019, t.b.a., Musikbrennerei Rheinsberg, Königstr. 14, 16831 Rheinsberg
Tel.: 033931 / 80 89 00

01.12.2019, 14.00 Uhr, Münzenbergsaal, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin